Gastvortrag E-Commerce in Zeiten von Corona und Co.

E-Commerce gewinnt immer mehr an Bedeutung

Die Experten Bernhard Aichinger und Michael Raberger sprachen im Gastvortrag „E-Commerce in Zeiten von Corona und Co.“ über den Stellenwert von virtuellen Marktplätzen und die Zukunft des Online-Handels

Amazon kennt mittlerweile (fast) jede und jeder. Auch Ebay, Airbnb und Zalando haben sich in die Köpfe vieler Menschen eingeprägt. „Marktplätze sind eine super Gelegenheit für Händler, dort ihre Produkte anzubieten und zu verkaufen“, sagten die beiden E-Commerce-Experten Bernhard Aichinger und Michael Raberger gestern im Online-Gastvortrag „E-Commerce in Zeiten von Corona und Co.“. Gastgeber war der Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik an der FernFH.

Besonders in Zeiten von Corona erfuhren bzw. erfahren virtuelle Marktplätze neue Popularität. Unter den Top fünf der Waren, die Menschen sich nach Hause liefern lassen, befinden sich Lebensmittel, Haushaltswaren, Textilien, Medikamente und Computer-Artikel. „Lebensmittel sind die stärkste Warengruppe im E-Commerce-Bereich“, sagte Bernhard Aichinger von E-CONOMIX. Auch Sportartikel, Telefone oder Headsets werden vor allem seit Beginn von Corona zuhauf im Internet bestellt. Marktplätze gehören zu den großen Gewinner_innen der Pandemie: So freute sich Amazon über einen Umsatz von zehn Milliarden Dollar innerhalb von zehn Tagen, 100.000 neue Mitarbeiter_innen wurden eingestellt.

Lokale Marktplätze

Die Coronavirus-Situation bietet vielen lokalen Marktplätzen die Chance, sich neben den großen, globalen Playern einen Namen zu machen, z.B. shöpping.at. Allerdings seien laut der Experten bei einigen Unternehmen bzw. Händlern zu Beginn Probleme aufgetreten, z.B. fehlende Kapazitäten, um die Nachfrage zu bedienen, weil der Ansturm plötzlich so groß war. Außerdem wurde bewusst, dass man bei vielen Artikeln von Lieferungen aus dem Ausland abhängig ist. Und die Zustelldienste seien massiv überfordert gewesen. Vor allem beim Thema Zustellung brauche es künftig laut Aichinger und Raberger unbedingt neue Konzepte. So gehe der Trend dahin, dass Lieferungen gebündelt zugestellt werden: „Ein kostenloser Versand ist viel wichtiger für die meisten Menschen, als dass die Ware am kommenden Tag ankommt“, weiß Aichinger.

Bernhard Aichinger und Michael Raberger sind davon überzeugt, dass die erhöhte Aufmerksamkeit dem E-Commerce gegenüber nicht ausschließlich Corona zu verdanken sei: „Es ist eine gesellschaftliche Entwicklung. Die Menschen recherchieren online. Und deshalb müssen Händler dort präsent sein.“ Jedoch genüge es für Unternehmen nicht, bloß einen Online-Shop zu haben. Für einen erfolgreichen E-Commerce brauche es unbedingt ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell und das ideale Marketing dazu. „Suchmaschinen sind das wichtigste Marketingtool“, gaben die Experten den Teilnehmer_innen als Tipp mit. Zudem müssten unterschiedliche Kanäle wie eben Suchmaschinen oder Social Media adäquat bespielt werden. Trotzdem bedeutet das alles nicht, dass nun jeder auf E-Commerce umsatteln muss, jedoch ist eines sicher: „E-Commerce gewinnt in Zukunft immer mehr an Bedeutung“, sind sich Aichinger und Raberger einig.

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