Workshop Clash of Cultures

Clash of Cultures – „Wo kommst du nun wirklich her?“

@MigrationSpotlight: Im Workshop „Clash of Cultures“ schärft Migrationsmanagerin Ümit Mares-Altinok das Bewusstsein für die Begegnung mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen

„Hallo, ich bin Ümit.“ - „Hallo, Ümit. Und wo kommst du her?" - „Aus Wien.“ - „Ja eh, aber woher kommst du nun wirklich?“ - „Aus Meidling.“ - „Und woher noch?“ – Solche Situationen erlebt(e) Ümit Mares-Altinok häufig. Sie ist in Wien geboren und aufgewachsen, ihr Vater kam in den 1960er-Jahren als Gastarbeiter nach Österreich, die Mama folgte. „Alleine wegen meines Namens wurde und werde ich oft immer noch nicht als Österreicherin gesehen“, erzählt die Migrationsmanagerin (kultur & gut), die in ihrer Arbeit die Themen Interkulturalität, Diversität und Identität in den Mittelpunkt stellt und das Bewusstsein für mehr Sensibilität in der Begegnung mit Menschen aus unterschiedlichen (kulturellen) Welten schärfen will. – So auch vergangene Woche beim Workshop „Clash of Cultures“ in Wien, den die FernFH im Rahmen des EU-Projektes „@MigrationSpotlight“ veranstaltete.

Der Name ist ein wichtiger Teil der eigenen Identität. Das wurde den Teilnehmer_innen bewusst, als jede_r von ihnen eine Geschichte zu ihrem/seinem Namen erzählte. „Der Name alleine sagt noch nicht viel über einen Menschen aus“, betont Mares-Altinok. Trotzdem würden wir Menschen dazu tendieren sofort sehr viel hineinzuinterpretieren. Anstatt zu fragen „Wo kommst du her?“ empfiehlt die Migrationsmanagerin die Formulierung „Wo kommt denn dein Name her?“ Auf diese Weise erhalte das Gegenüber die Möglichkeit, ihre/seine Geschichte dazu zu erzählen.

Rad der Diversität & BIFI-Methode

Im Workshop stellte Mares-Altinok das „Rad der Dimensionen von Diversität“ vor. Die inneren Dimensionen wie Alter, Ethnie und Herkunft oder Hautfarbe seien schwer bis gar nicht veränderbar, bei den äußeren Dimensionen hingegen sei Veränderung schon eher möglich, z.B. was Ausbildung, Gewohnheiten oder Freizeitverhalten betrifft. Die Möglichkeit zur Veränderung hänge jedoch stark mit der kulturellen Herkunft zusammen: So sei es in Österreich üblich, dass man sich aussucht, ob bzw. was man studiert. In manchen Kulturen werde dieses Thema intensiv im Familienverband diskutiert und entschieden.

Die Migrationsmanagerin stellte im Workshop die BIFI-Methode vor: Zuerst wird eine Situation beschrieben, dann interpretiert, anschließend können Fragen gestellt und schlussendlich interagiert werden. „Diese Methode kann in den unterschiedlichsten Situationen angewendet werden“, so Mares-Altinok.

@MigrationSpotlight

Der Workshop „Clash of Cultures“ fand im Rahmen des Projektes „@MigrationSpotlight“ statt. Das transnationale Projekt „Migrant and Refugee Support for Cultivating Intercultural Competences“ (@MigrationSpotlight) wird zwischen November 2018 und Februar 2021 durchgeführt und durch das EU-Programm Erasmus+ gefördert. Ziel der fünf Partner_innen aus fünf EU-Mitgliedsstaaten (Belgien, Bulgarien, Griechenland, Österreich, Zypern) ist die Stärkung interkultureller Kompetenzen bei Personen, die mit Asylsuchenden und Migrant_innen in den Partnerländern arbeiten. Dieses Ziel soll durch die Entwicklung und Implementierung eines „Train the Trainer Programms“ unter Einsatz innovativer Lehr- und Lernkonzepte erreicht werden. Für Österreich ist die Ferdinand Porsche FernFH als Projektpartnerin mit dabei.