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Bachelor Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie – kein Studium von der Stange
Drei Studentinnen erzählen, wie sie ihr Individualcurriculum für sich genutzt haben.
Betriebswirtschaft und Psychologie – was zunächst nach zwei getrennten Welten klingt, gehört in der Praxis schon längst zusammen. Unternehmen brauchen Mitarbeitende, die wirtschaftlich denken und gleichzeitig verstehen, was andere Menschen antreibt. Genau hier setzt das Bachelorstudium Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der FERNFH an.
In den ersten vier Semestern steht das Kerncurriculum im Mittelpunkt. Studierende lernen betriebswirtschaftliche Grundlagen wie Rechnungswesen, Unternehmensführung, Marketing und Change Management gleichzeitig und in Verbindung mit psychologischem Fachwissen in Bereichen wie Arbeits- und Organisationspsychologie, Sozialpsychologie und Markt- und Konsumentenpsychologie. Wer hier studiert, lernt nicht BWL mit ein bisschen Psychologie obendrauf, sondern wirklich beides – als integriertes System.
Individueller Studieren dank Spezialisierung
Ab dem 5. Semester beginnt die Spezialisierung. Im Wahlfachcurriculum wählen Studierende einen von drei Schwerpunkten, in dem sie sich mit insgesamt 9 ECTS vertiefen:
- Human Resource Management – Dieser Schwerpunkt bereitet auf strategisches Personalmanagement vor: von der Personalgewinnung und -entwicklung bis hin zu modernen Vergütungsmodellen.
- Change Management – Dieser Schwerpunkt vermittelt, wie man Organisationen durch Veränderungsprozesse führt – psychologisch fundiert und nah an den Menschen, die den Wandel mittragen.
- Marketing Management – Dieser Schwerpunkt verbindet Markenführung, Kundenbindung und Marketingstrategie mit psychologischem Verständnis für Zielgruppen und Märkte.
Zusätzlich zum Wahlfach gibt es das Individualcurriculum: 11 ECTS im 5. und 6. Semester, die frei Studierende gestalten können. Ob weitere Lehrveranstaltungen aus dem eigenen oder einem anderen FERNFH-Studiengang, Micro-Credentials aus Bereichen wie Gesundheitswesen, IT oder Digital Business, Lehrveranstaltungen anderer Hochschulen oder sogar ehrenamtliches Engagement: Das Individualcurriculum ist die Einladung, das Studium ganz gezielt auf die eigenen Berufs- und Lebensziele zuzuschneiden. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen drei Studierende.
Julia Klein: „So habe ich nebenbei ein Micro-Credential erworben – ohne es zuerst zu wissen“
Julia Klein arbeitet in der Arbeitsmarktpolitik. Ein Bereich, der auf den ersten Blick wenig mit Betriebswirtschaft zu tun hat und doch mehr damit verbindet, als man denkt. Demografischer Wandel beeinflusst Märkte. Gesunde Menschen bedeuten mehr Arbeitskräftepotenzial. Diese Zusammenhänge hat Julia immer gespürt – das Studium hat ihr die Sprache und den theoretischen Hintergrund dafür gegeben.
Für ihr Individualcurriculum wählte sie daher die Lehrveranstaltungen „Public Health“ und „Demografie und Epidemiologie“ aus dem FERNFH-Studiengang Aging Services Management. Geprägt durch ihre Zeit bei einer Interessenvertretung im Bereich Arbeit, Soziales und Gesundheit – mitten in der COVID-Pandemie – war das eine bewusste inhaltliche Entscheidung. Und sie brachte eine angenehme Überraschung mit: Mit diesen beiden Lehrveranstaltungen erwarb sie gleichzeitig ein Micro-Credential.
„Es war eine nette Überraschung, dass ich mit diesen beiden LVs sogar ein Micro-Credential erwerbe. Aber die Entscheidung für die Inhalte war von Anfang an bewusst gewählt.“ — Julia Klein, Studentin BA Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie
Micro-Credentials sind zertifizierte Zusatzqualifikationen, die die Studierenden der FERNFH ohne Mehrkosten belegen und so Zusatzwissen aus den anderen Studienrichtungen der Fernfachhochschule erwerben können.
Julias ehrliches Fazit zu den so zusätzlich belegten Lehrveranstaltungen: Der Blick über den Tellerrand bringt neue Perspektiven, neue Studienkolleg*innen aus anderen Studiengängen und Verknüpfungen, die man vorher nicht gesehen hat. Gleichzeitig kann es in manchen Fällen mehr Präsenztermine bedeuten. Für Julia überwiegt der inhaltliche Gewinn – und das, betont sie, war immer ihre eigene Entscheidung.
Denise Springer: „Wissensmanagement kam genau zum richtigen Zeitpunkt – und Ethik habe ich aus dem Bauch herausgewählt.“
Denise Springer aus Graz hat von Beginn an gewusst, wohin sie will: in den HR-Bereich. Und so hat sie auch ihren Weg durch das Studium geplant. Wahlfach Human Resource Management, Individualcurriculum als verlängerter Arm ihrer beruflichen Realität.
Die Spezialisierung „HR Management“ bietet Lehrveranstaltungen wie Personalplanung, Strategische Personalentwicklung und Performance & Compensation Management. Inhalte, die Denise direkt in ihren Arbeitsalltag mitnehmen konnte. Für das Individualcurriculum wählte sie zusätzlich Wissensmanagement des FERNFH-Studiengang Wirtschaftsinformatik und das aus einem sehr konkreten Anlass: In ihrem Unternehmen standen mehrere Pensionierungen an. Wertvolles Erfahrungswissen drohte verloren zu gehen.
„Ich konnte unglaublich viel für die Praxis mitnehmen – aber auch persönlich viel daraus lernen. Wissensmanagement hat mir gezeigt, wie man Erfahrung sichtbar macht – und wie viel verloren geht, wenn man es nicht tut.“ — Denise Springer, Studentin BA Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie
Die zweite Wahl für ihr Individualcurriculum verlief ganz anders: Ethik aus dem FERNFH-Studiengang Aging Services Management. Kein strategischer Plan, kein beruflicher Anlass, ein Gefühl. Im Nachhinein, so Denise, eine der besten Entscheidungen des Studiums. Denn wer im HR-Bereich arbeitet, steht ständig zwischen zwei Loyalitäten: dem Unternehmen auf der einen, den Mitarbeitenden auf der anderen Seite.
„Einerseits vertritt man den Dienstgeber, andererseits möchte und soll man die Interessen der Kolleginnen und Kollegen schützen. Dieser Zwiespalt lässt sich stark mit ethischen Fragestellungen verbinden – und hat mir viele neue Perspektiven eröffnet.“ — Denise Springer
Was Denise über das Individualcurriculum generell denkt: Wer sich selbst kennt, trifft die richtigen Entscheidungen. Wer das noch herausfindet, lernt es spätestens im Prozess der Auswahl
Julia Jäger: „Marketing und HR – ich dachte, das passt nicht zusammen. Heute sehe ich es anders.“
Julia Jäger hat sich für eine Kombination entschieden, die auf den ersten Blick überrascht: Marketing und HR. Außenauftritt und Innenkultur. Kampagne und Kandidat*in. Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, ergibt für sie eine vollständige Logik und das verdankt sie nicht zuletzt dem Studiengang selbst.
Im Wahlfach Marketing Management tauchte sie tief in die Welt der Markenführung ein: Wie entstehen starke Marken? Wie werden Kundenbeziehungen aufgebaut und gehalten? Was bedeutet strategisches Marketing in der Praxis? Im Individualcurriculum ergänzte sie das mit HR-spezifischen Inhalten. Was sie dabei festgestellt hat: Die Grenzen zwischen beiden Bereichen sind durchlässiger als gedacht.
„Am Anfang dachte ich auch, dass Marketing und HR ziemlich unterschiedliche Welten sind. Mittlerweile merke ich aber, wie viele Überschneidungen es gibt – zum Beispiel beim Thema Employer Branding oder interne Kommunikation. Für mich ergänzt sich das richtig gut, weil man Unternehmen dadurch sowohl nach innen als auch nach außen besser versteht.“ — Julia Jäger, Studentin BA Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie
Ihre Entscheidung gegen eine frühe Festlegung war bewusst. In einer Arbeitswelt, die sich durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ständig verändert, setzt Julia auf ein breites Fundament. Mit dem Bachelorabschluss Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie stehen ihr Karrieremöglichkeiten im Personalmanagement, Marketing, Vertrieb oder der Unternehmensberatung offen.
„Ich finde es sinnvoll, ein breiteres Fundament zu haben, gerade in einer Zeit, in der sich durch Digitalisierung und KI so viel verändert. So fühle ich mich einfach flexibler für meinen späteren Berufsweg.“ — Julia Jäger
Was bleibt
Drei Studierende, drei völlig unterschiedliche Ansätze und doch ein gemeinsamer Nenner: Das Wahl- als auch das Individualcurriculum im Bachelor Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie ist keine nette Zusatzoption. Es ist die Möglichkeit, ein Studium wirklich auf das eigene Leben zuzuschneiden, auf den Beruf, den man hat, auf die Fragen, die man stellt, und auf den Weg, den man gehen will.
Alle Infos zum Bachelorstudiengang findest du hier.