Souverän durch den digitalen Job-Alltag

23. Juni 2026

Julia Schöllbauer, Studiengangsleitung und Lehrende an der Ferdinand Porsche FERNFH, zeigte gemeinsam mit Martina Hartner-Tiefenthaler von der TU Wien in einem Workshop die Chancen und Herausforderungen von flexibel-digitaler Arbeit auf. Rund 25 Teilnehmende diskutierten dabei zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze für den Arbeitsalltag der Zukunft.

Am 9. Juni 2026 fand der Workshop „Souverän durch den digitalen Job-Alltag“ im Rahmen der uniMind-Veranstaltungsreihe des Postgraduate Centers der Universität Wien in Kooperation mit den Wiener Stadtwerken statt. Ziel war es, flexibel-digitale Arbeit so zu gestalten, dass Produktivität, Zusammenarbeit und psychische Gesundheit im Gleichgewicht bleiben. Dr.in Julia Schöllbauer, BSc MSc, Lehrende und Studiengangsleitung im Master Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie, brachte dabei gemeinsam mit Priv.-Doz.in Dr.in Martina Hartner-Tiefenthaler von der TU Wien die wissenschaftliche Perspektive ein und gestaltete den Workshop. Die intensive Diskussion im World-Café lieferte zentrale Ergebnisse für die Praxis.

Flexibel-digitale Arbeit zwischen Chancen und Risiken

Flexible Arbeit eröffnet mehr Spielraum bei Zeit, Ort und Zusammenarbeit und stärkt damit Autonomie und Motivation. Gleichzeitig entstehen neue Belastungen, wenn klare Strukturen fehlen oder Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen.

Ein zentraler Faktor betrifft die Erreichbarkeit im Team. Wirksam wird flexible Arbeit dort, wo Teams gemeinsam klären, wann und wie Erreichbarkeit stattfindet. Eine starre Trennung von Arbeit und Freizeit zeigt sich dabei nicht immer als beste Lösung. Entscheidend bleibt ein transparentes Verständnis im Team, das Flexibilität ermöglicht und Erholung schützt.

Ebenso prägt die Kommunikationsqualität im digitalen Arbeitsalltag die Zusammenarbeit. Eine hohe Anzahl an Kanälen führt schnell zu Informationsüberlastung. Wirksam arbeiten Teams dann, wenn sie Informationswege bewusst gestalten, Inhalte priorisieren und Raum für informellen Austausch gezielt einplanen.

Vertrauen im Team bildet die Grundlage funktionierender digitaler Zusammenarbeit. Es beeinflusst, wie Informationen aufgenommen werden und wie gut Kooperation gelingt. Gleichzeitig zeigt sich, dass soziale Verbundenheit aktiv gepflegt werden muss, etwa durch bewusst gestaltete gemeinsame Formate.

Abgrenzung und Reflexion als Schlüssel für gesunde Zusammenarbeit

Neben diesen Teamfaktoren spielt die individuelle Abgrenzung eine zentrale Rolle. Ohne bewusste Erholungszeiten steigt das Risiko von Überlastung, Unterbrechungen und dauerhafter Erreichbarkeit. Routinen, klare Grenzen und gezielte Erholung sind essenziell bei flexibel-hybrider Arbeit und hohem Workload.

Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass strukturierte Teamreflexion einen messbaren Effekt hat. Sie reduziert emotionale Erschöpfung und stärkt gleichzeitig die Teamleistung. Der Workshop verdeutlichte, dass flexibel-digitale Arbeit kein Selbstläufer ist. Sie erfordert bewusste Gestaltung auf individueller und Teamebene. Klare Kommunikation, abgestimmte Erreichbarkeit und gezielte Reflexion stärken sowohl Gesundheit als auch Zusammenarbeit und bilden zentrale Grundlagen für nachhaltiges Arbeiten in digitalen Arbeitswelten.