Marketing = Menschen verstehen – Katharina Glöckel und Günther Wenzel über den Schwerpunkt Marketing Management

27. März 2026

Was macht den Schwerpunkt Marketing Management im Bachelor Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der FERNFH aus – und was bringt er wirklich?

Katharina Glöckel lehrt und forscht am Institut für Wirtschaft & Psychologie der Ferdinand Porsche FERNFH – und wenn sie über Marketing spricht, geht es ihr um mehr als Werkzeuge und Methoden. In ihren Lehrveranstaltungen im Schwerpunkt Marketing Management will sie vor allem eine Haltung vermitteln, kein bloßes Methodenrepertoire. Studiengangsleiter Günther Wenzel wiederum weiß, was Absolvent*innen dieses Schwerpunkts am Arbeitsmarkt auszeichnet. Beide sind sich einig: Wer Marketing wirklich versteht, muss zuerst Menschen verstehen.

Wer Katharina Glöckel fragt, was die eine Marketing-Wahrheit ist, die sie Studierenden unbedingt mitgeben möchte, bekommt eine Antwort, die zunächst überrascht: Es gibt keine. Nicht weil Marketing beliebig wäre, sondern weil es immer mit Menschen zu tun hat. Und Menschen sind komplex, widersprüchlich und kontextabhängig.

„Marketing wird von Menschen für Menschen gemacht, und deshalb spielen immer individuelle, psychologische und soziale Faktoren eine enorme Rolle. Wer gutes Marketing machen will, muss verstehen, wie Menschen wirklich ticken – also nicht nur Zielgruppen definieren, sondern sich mit Psychologie, Wahrnehmung und Entscheidungsprozessen beschäftigen.“ – Katharina Glöckel, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrende am Institut für Wirtschaft & Psychologie

Genau das ist der Kern des Schwerpunkts Marketing Management: die Verbindung von betriebswirtschaftlichem Denken mit psychologischem Verständnis. Egal, ob Social-Media-Post, Produktentwicklung oder Preisgestaltung, überall geht es letztlich darum, menschliches Erleben und Verhalten zu verstehen. Und das verlangt mehr als Fachwissen. Es verlangt Reflexionsfähigkeit, also die Fähigkeit, die eigenen Annahmen zu hinterfragen, nicht von sich selbst auf andere zu schließen und offenzubleiben für neue Perspektiven. Denn Marketing verändert sich ständig – wer sich nur auf Methoden verlässt, verliert schnell den Anschluss.

KI: faszinierend und beunruhigend zugleich

Eine Veränderung, die gerade alles prägt, auch im Marketing, ist Künstliche Intelligenz. Katharina Glöckel beschäftigt sich seit Jahren intensiv damit, und ihre Einschätzung ist differenziert. Die Möglichkeiten, die sich durch KI eröffnen – für die Praxis, für die Forschung, für die Lehre – findet sie unglaublich spannend. KI erweitere den Werkzeugkasten enorm und eröffne neue kreative und analytische Wege.

Gleichzeitig zeigt sich gerade bei der Geschwindigkeit dieser Entwicklung, wie herausfordernd es ist, Schritt zu halten. Man komme kaum hinterher, weder im eigenen Lernen noch im Lehren. Was sie aber wirklich besorgt, ist etwas anderes: die Möglichkeit des Missbrauchs. Deepfakes und gezielte Desinformation zeigen bereits, wie mächtig diese Technologien sein können. Die technische Entwicklung passiert rasend schnell, aber die gesellschaftliche Aufklärung und die KI-Kompetenz vieler Menschen hinken noch deutlich hinterher. Diese Lücke, sagt sie, macht ihr manchmal ehrlich gesagt ein bisschen Bauchweh.

Spielen wirkt – in der Lehre wie im Marketing

In ihren Lehrveranstaltungen setzt Katharina Glöckel bewusst auf spielerische Elemente und macht dabei immer wieder dieselbe Beobachtung: Menschen spielen unglaublich gerne. Ganz egal, ob sie 7, 17 oder 47 Jahre alt sind. Sobald ein spielerisches Element auftaucht, verändert sich die Dynamik im Raum sofort. Viele merken gar nicht, wie viel sie dabei lernen, bis es schon passiert ist.

Gamification in der Lehre ist für sie deshalb kein nettes Zusatzelement, sondern ein ernstes didaktisches Werkzeug. Manchmal, so sagt sie, ist es deutlich wirksamer als der noch so perfekt vorbereitete Frontalvortrag. Und diese Erkenntnis gilt übrigens nicht nur für die Lehre, sondern auch für gutes Marketing selbst.

Was sie berufsbegleitend Studierenden mitgeben möchte, lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Es verlangt viel ab, manchmal ist es hart, aber es lohnt sich. Nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Wer durchbeißt, wächst über sich selbst hinaus.“

Der Schwerpunkt Marketing Management ist einer von drei Wahlfachschwerpunkten im Bachelor Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der FERNFH. Ab dem 5. Semester vertiefen Studierende ihr Wissen in Strategischem & Operativem Marketing, Werbepsychologie & -kommunikation sowie Kundenbeziehungsmanagement, immer mit dem psychologischen Blick auf Zielgruppen, Entscheidungsprozesse und Markenwirkung. Berufsbegleitend, flexibel und als staatlich finanzierte Fachhochschule zu fairen Kosten.

Ein Profil, das am Arbeitsmarkt zählt

Was macht Absolvent*innen des Schwerpunkts Marketing Management am Arbeitsmarkt besonders? Ing. Günther Wenzel, BA MA, Studiengangsleiter des Bachelors Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie, bringt es auf den Punkt: Es ist die Kombination. Ein BWL-Studium richtet den Blick auf Unternehmen, Märkte und Zielgruppen, auf wirtschaftliche Entscheidungen, Ressourceneinsatz und Positionierung. Ein Psychologiestudium wiederum hilft zu verstehen, wie Menschen denken, fühlen, wahrnehmen und entscheiden. Dort, wo beides zusammenkommt, entsteht ein Profil, das heute gefragter ist, denn je.

Gutes Marketing soll nicht nur strategisch und wirtschaftlich sinnvoll sein, es soll vor allem die Bedürfnisse von Menschen verstehen, aufgreifen und in passende Lösungen übersetzen. Wer BWL und Psychologie verbindet, kann Angebote, Kommunikation und Strategien so gestalten, dass sie nah an den Menschen, ihren Lebensrealitäten und ihren tatsächlichen Anliegen sind. Das ist der echte Vorteil dieses Profils, und das zeigt sich in der Praxis.

„Wer BWL und Psychologie verbindet, kann Angebote, Kommunikation und Strategien so gestalten, dass sie nahe an den Menschen, ihren Lebensrealitäten und ihren tatsächlichen Anliegen sind.“ – Ing. Günther Wenzel, BA MA, Studiengangsleiter Bachelor Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie

Günther Wenzel betont beim Gespräch, dass der Studiengang für Menschen ohne Matura offen ist. Bildungschancen sollten seiner Überzeugung nach nicht allein vom formalen Zugangsweg abhängen. Gerade ein Studiengang wie der Bachelor Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie Bachelor lebe von der Vielfalt seiner Studierenden: Menschen mit alternativen Zugängen bringen besondere Praxisnähe, hohe Motivation und einen klaren Blick auf reale Herausforderungen mit. Offenheit bedeutet hier also nicht nur mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, sondern auch mehr Perspektiven und mehr Praxisorientierung im Studium selbst.

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