Headerbild zum Newsbeitrag: Von der Masterarbeit zur internationalen Publikation: FERNFH-Studie zu Öko-Steuern und Fleischkonsum

Von der Masterarbeit zur internationalen Publikation: FERNFH-Studie zu Öko-Steuern und Fleischkonsum

17. September 2026

2024 schloss Katharina Rieck ihr Masterstudium Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der FERNFH ab. Zwei Jahre später veröffentlicht sie gemeinsam mit Institutsleiterin Birgit Teufer eine Studie im internationalen Fachjournal „Food and Humanity“. Dazwischen lagen weitere Datenerhebungen und -auswertungen, drei internationale Konferenzen und ein intensiver gemeinsamer Forschungsprozess.

In ihrer Abschlussarbeit im Masterstudiengang Betriesbwirtschaft & Wirtschaftspsychologie untersuchte Katharina Rieck, wie Konsument*innen auf einen Ökosteuerhinweis bei Fleischgerichten reagieren und ob zusätzliche Informationen über die Umwelt- und Klimafolgen des Fleischkonsums ihre Entscheidung beeinflussen.

Nach der erfolgreichen Verteidigung ihrer Masterarbeit war für Katharina Rieck, MA und Prof.in (FH) Dr.in Birgit Teufer, BSc BA MA, Leiterin des Instituts für Wirtschaft & Psychologie, noch nicht Schluss. Gemeinsam entwickelten sie die Studie weiter und ergänzten sie um weitere Datenerhebungen. Die Ferdinand Porsche FERNFH unterstützte die Weiterführung des Forschungsprojekts durch die Finanzierung der Online-Panel-Datenerhebung. „Kathi hat eine hervorragende Masterarbeit vorgelegt, und wir haben danach beschlossen, daran weiterzuarbeiten“, sagt Birgit Teufer. „Wir haben weitere Daten erhoben, ausgewertet und uns gemeinsam durch den Publikationsprozess gearbeitet.

Das daraus entstandene Forschungspaper „Communicating eco-tax labels and sustainability messages on menus: Evidence from online experiments in Austria and Germany.“ umfasst zwei Online-Experimente mit insgesamt 558 Teilnehmer*innen: 159 in Österreich und 399 in Deutschland.

Was beeinflusst die Wahl von Fleischgerichten?

In den Experimenten wählten die Teilnehmer*innen Gerichte von simulierten Restaurant-Speisekarten. Je nach Versuchsgruppe sahen sie einen Ökosteuerhinweis bei Fleischgerichten, eine Information über die Folgen des Fleischkonsums für Umwelt und Klima, beide Hinweise oder keinen davon.

Die Nachhaltigkeitsinformation beeinflusste die Auswahl in beiden Ländern: Teilnehmer*innen, die diese Information erhalten hatten, wählten seltener ein Fleischgericht. Ein Ökosteuerhinweis ohne tatsächliche Preisänderung hatte dagegen keinen konsistenten eigenständigen Effekt. Auch beide Hinweise zusammen wirkten nicht automatisch stärker. In Österreich und Deutschland zeigten sich dabei unterschiedliche Muster. Die einfache Rechnung „mehr Botschaften gleich mehr Wirkung“ geht also nicht auf. Für die Gestaltung solcher Maßnahmen kommt es darauf an, welche Informationen miteinander kombiniert werden und in welcher Situation Menschen ihre Entscheidung treffen.

Von der Konferenzpräsentation zur internationalen Publikation

Noch während der Arbeit an der Studie stellten Katharina Rieck und Birgit Teufer ihre Forschung auf internationalen Konferenzen zur Diskussion. 2025 war das Projekt bei der SCORAI Europe Conference in Lund, der Annual Conference of the European Marketing Academy in Madrid und dem European Roundtable on Sustainable Consumption and Production in Prag vertreten.

Bei der ERSCP in Prag präsentierte Katharina Rieck die Studie selbst als FERNFH-Alumna. Die deutsche Untersuchung lief zu diesem Zeitpunkt noch und wurde dort als nächster Schritt angekündigt. Inzwischen ist sie Teil des veröffentlichten Forschungspapers. Mehr über die damalige Konferenzpräsentation gibt es im Beitrag „Von Wiener Neustadt nach Prag: Die FERNFH vertreten bei der ERSCP 2025“.

Forschung, die über das Studium hinausgeht

Der klassische akademische Weg endet für Studierende – zumindest vorerst – meist mit dem Abschluss. Katharina Rieck zeichnete mit ihrem Beispiel einen anderen Weg und setze die Forschung ihrer Abschlussarbeit über das Studium hinaus fort: „Dass aus meiner Masterarbeit ein gemeinsames Forschungsprojekt entstanden ist, das wir nun publizieren konnten, freut mich wirklich sehr. Besonders schön war für mich, auch nach meinem Abschluss weiter an der Fragestellung zu arbeiten und unsere Forschung selbst auf einer internationalen Konferenz zu präsentieren. Die Zusammenarbeit mit der FERNFH hat damit nicht einfach mit meinem Studium geendet.

Auch für Birgit Teufer steht neben dem wissenschaftlichen Erfolg die gemeinsame Arbeit im Mittelpunkt: „Das war fachlich spannend und menschlich eine richtig schöne Zusammenarbeit. Besser kann die Verbindung von Lehre und Forschung eigentlich kaum funktionieren.

Dieses Forschungsprojekt zeigt, wie die Verbindung zur FERNFH über den Studienabschluss hinaus bestehen und neue Möglichkeiten für gemeinsame Projekte und Forschung eröffnen kann.

Publikation

Teufer, B. & Rieck, K. (2026). Communicating eco-tax labels and sustainability messages on menus: Evidence from online experiments in Austria and Germany. Food and Humanity, 7, 101478.

Zum Open-Access-Artikel im Fachjournal Food and Humanity

Rückfragen zum Forschungsprojekt bzw. zum Forschungspaper an birgit.teufer@fernfh.ac.at.