Teamdiagnose in der hybriden Arbeit: Reflexion als Erfolgsfaktor

01. Juni 2026

Wie können Teams hybride Zusammenarbeit gezielt verbessern? Im Rahmen der Online-Veranstaltung „Teamdiagnose und -entwicklung mit teamorama“ des Alumni-Netzwerks der FERNFH zeigten Priv.-Doz.in Dr.in Martina Hartner-Tiefenthaler und Dr.in Arabella Mühl wie Teamdiagnose und angeleitete Reflexion dabei unterstützen können, Kommunikation und Zusammenarbeit von Teams gezielt weiterzuentwickeln.

Hybride Arbeit verändert Kommunikation, Zusammenarbeit und Erwartungshaltungen in Teams grundlegend. Aufbauend auf dem Impulsvortrag von November 2025 widmete sich die Fortsetzungsveranstaltung des Alumni-Netzwerks der FERNFH konkreten Ansätzen der Teamdiagnose und Teamentwicklung. Anhand von Forschungsbefunden, eines Praxisbeispiels und des Online-Tools teamorama zeigte die Veranstaltung, wie Teams ihre Arbeitsweise gezielt analysieren und verbessern können.

Warum Teamreflexion gerade jetzt wichtiger ist, denn je

Flexible Arbeitszeiten und -orte verändern, wie Teams miteinander kommunizieren und wie viel Raum für spontanen, informellen Austausch noch bleibt. Zusätzlich verändert der zunehmende Einsatz generativer KI die Kommunikations- und Abstimmungsprozesse in Teams weiter. Priv.-Doz.in Dr.in Martina Hartner-Tiefenthaler zeichnete zu Beginn des Abends ein klares Bild dieser Entwicklungen und veranschaulichte gleichzeitig, warum strukturierte Teamreflexion gerade in diesem Kontext so wirksam ist.

Sie präsentierte Ergebnisse aus einem Feldexperiment mit über 50 Teams, die zeigten: gezielte Reflexionsworkshops können die emotionale Erschöpfung reduzieren und gleichzeitig die Teamleistung verbessern. Mehr Klarheit über Erwartungen und Kommunikationswege kann Teams spürbar entlasten und gleichzeitig die Zusammenarbeit verbessern.

Als besonders relevante Reflexionsthemen für hybride Teams identifizierte die Forschung fünf Bereiche: Erreichbarkeit innerhalb und außerhalb der Arbeitszeit, sozialer Austausch, gemeinsame Präsenztage im Büro, Kommunikationsmittel und deren Verwendungszweck.

teamorama: Vom Fragebogen zum Entwicklungsimpuls

Jede Teamentwicklungsmaßnahme braucht zunächst eine fundierte Diagnose, um Stärken und Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen. Genau hier setzt teamorama an, welches Dr.inArabella Mühl im zweiten Teil der Veranstaltung vorstellte. Das wissenschaftlich fundierte Online-Tool teamorama ist für Teams kostenfrei nutzbar und datenschutzkonform, da alle Daten auf Servern der TU Wien gespeichert werden. Es richtet sich an Teams ab drei Mitgliedern und einer Führungskraft und fokussiert sich auf drei zentrale Stellschrauben: Erreichbarkeit, Team-Kommunikation und Team-Spirit.

Der Ablauf ist unkompliziert: Nach einer kurzen Online-Befragung erhalten Führungskraft und Team automatisierte Ergebnisberichte mit Benchmark-Vergleichen und konkreten Handlungsempfehlungen. Anhand eines konkreten Praxisbeispiels zeigte die Vortragende, wie Ergebnisse aus den teamorama-Berichten in einem angeleiteten Reflexionsworkshop weiterverarbeitet werden können. Das Beispielteam traf verbindliche Vereinbarungen zu Reaktionszeiten, Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit und gemeinsamen Präsenztagen.

teamorama in der Organisations- und Führungskräfteentwicklung

Dass teamorama nicht nur auf Teamebene, sondern auch als Hebel für die Organisationsentwicklung wirksam ist, zeigte Martina Hartner-Tiefenthaler im Anschluss anhand des Projekts „Teamwork Advanced“ an der TU Wien. Im Rahmen eines größeren Strategieprozesses nahmen über 50 Teams an moderierten Reflexionsworkshops teil. Die Benchmarks wurden dabei organisationsintern erstellt, wodurch Teams ihre Ergebnisse direkt mit anderen Teams der TU Wien vergleichen konnten.

Besonders interessant: Auch Teams, die nicht selbst den Anstoß zur Teilnahme gegeben hatten, profitierten deutlich von den Reflexionsworkshops. Viele Führungskräfte empfanden die organisationale Initiative zudem als entlastend, da kontinuierliche Verbesserung statt Problemdruck im Vordergrund stand.

Reflexion als Grundlage nachhaltiger Teamentwicklung. Teamorama unterstützt Teams dabei, hybride Zusammenarbeit strukturiert zu reflektieren und konkrete Verbesserungen abzuleiten. Entscheidend bleibt jedoch, dass Teams Ergebnisse gemeinsam reflektieren und daraus konkrete Vereinbarungen für die Zusammenarbeit ableiten.

Weitere Informationen zu teamorama sowie die Möglichkeit zur Nutzung des Tools finden sich unter: teamorama.project.tuwien.ac.at


Vortrag verpasst?

Wenn du erfahren möchtest, wie du teamorama als Basis für deine Teamentwicklungsprozesse nutzen kannst, kannst du den Vortrag in Kürze hier nachsehen.


Infos zu den Vortragenden

Priv.-Doz.in Dr.in Martina Hartner-Tiefenthaler ist Senior Scientist an der TU Wien (Institut für Managementwissenschaften) und arbeitet an der Schnittstelle von Technik, Organisation und Mensch. Ihre Ausbildung vereint fundiertes wirtschaftliches Know-how mit tiefgreifendem psychologischem Verständnis, das sie in ihren Forschungsprojekten gerne in die Unternehmen bringt, um ihrem Anspruch „Forschung soll wirken“ gerecht zu werden.

Mehr Infos zu Martina Hartner-Tiefenthaler…

Dr.in Arabella Mühl, BSc BA MSc ist Mitarbeiterin am Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Fakultät für Psychologie der Universität Wien sowie am Institut für Managementwissenschaften der TU Wien. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit psychischer Belastung am Arbeitsplatz, örtlicher und zeitlicher Flexibilität, modernen Arbeits(zeit)modellen sowie mit der Zusammenarbeit in hybriden Teams. An der FERNFH betreut sie Abschlussarbeiten im Masterstudiengang Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie.

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Organisation

Das Alumni-Netzwerk der FERNFH bietet ehemaligen, aktuellen Studierenden, sowie Lehrenden und Mitarbeitenden der FERNFH eine Plattform für lebenslanges Lernen, Weiterbildung und gegenseitige Unterstützung. Mit spannenden Events, Netzwerktreffen und aktuellen Fachimpulsen schafft das Netzwerk einen zielgerichteten Mehrwert für alle. Mehr Infos findest du auf der Website des Alumni-Netzwerks.