
Home » News » Wirtschaft & Psychologie » Flexibles Arbeiten zwischen Inklusion und Exklusion
Flexibles Arbeiten zwischen Inklusion und Exklusion
Wie inklusiv sind flexible Arbeitsmodelle wirklich? Und welche unbeabsichtigten Nebenwirkungen können sie für Organisationen, Teams und einzelne Mitarbeitende haben? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Online-Gastvortrag vom 19.01.2026.
Der Vortrag „Diversitätsmanagement im Arbeitsleben: Policy-Entwicklung und Inklusion“ wurde von Dipl. Kffr. Dr.in Anett Hermann gehalten, sie ist Universitätsassistentin (postdoc) am Institut für Gender und Diversität in Organisationen der Wirtschaftsuniversität Wien und lehrt an der FERNFH im Bachelorstudium Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie. Die Expertin präsentierte zentrale Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts zur Policyentwicklung für flexibles und mobiles Arbeiten und zeigte anhand einer Fallstudie, wie eng Flexibilisierung, Diversitätsmanagement, Organisationskultur und Führung miteinander verwoben sind.
Flexibilisierung der Arbeit: Mehr Autonomie – aber für wen?
Flexible Arbeitsformen gelten vielfach als Schlüssel für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, höhere intrinsische Arbeitsmotivation und stärkere Bindung an Organisationen. Der Vortrag machte jedoch deutlich, dass diese Effekte nicht automatisch für alle gleichermaßen eintreten.
Anhand qualitativer und quantitativer Daten wurde gezeigt, dass flexible Arbeitsmodelle:
- individuelle Autonomie und Selbstorganisation fördern können,
- zugleich aber neue Ungleichheiten im Team, Fragen von Fairness und Status sowie Spannungen zwischen Vertrauen und Kontrolle erzeugen,
- insbesondere für bestimmte Gruppen – etwa Frauen oder Personen mit Care-Verantwortung – auch Risiken wie Unsichtbarkeit, Mehrbelastung und eingeschränkte Karrierechancen mit sich bringen können.
Ein zentrales Ergebnis der Studie: Inklusion und Exklusion entstehen nicht allein durch formale Regeln, sondern durch deren konkrete Umsetzung im organisationalen Kontext – insbesondere durch Führung, Teamdynamiken und implizite Macht- und Statusstrukturen.
Relevanz für Studium und Praxis
Die im Gastvortrag diskutierten Fragen sind für Wissenschaft und Praxis hochrelevant, und deshalb auch zentraler Bestandteil des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der Ferdinand Porsche FERNFH. So hebt auch Dr.in Julia Schöllbauer, BSc MSc, Studiengangsleiterin des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie, hervor, warum der Gastvortrag eine wertvolle inhaltliche Ergänzung der Lehre darstellt:
„Der Vortrag ergänzt die Inhalte unserer Lehrveranstaltung ›Diversity Management‹ in besonderer Weise, da er neben den bekannten Chancen flexibler Arbeitsgestaltung – wie Autonomie und bessere Vereinbarkeit von privaten und beruflichen Verpflichtungen – auch deren Risiken sichtbar macht. Für unsere Studierenden ist es essenziell, zu verstehen, wie unterschiedliche Formen von Arbeit und Managemententscheidungen das Wohlbefinden einzelner Personen und gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Polarisierung von Geschlechterrollen und -chancen, tatsächlich beeinflussen.“
Der Gastvortrag zeigt damit exemplarisch, wie theoretische Konzepte aus Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie in realen organisationalen Kontexten wirken und warum eine differenzierte, reflexive Perspektive auf New Work, Flexibilisierung und Inklusion für zukünftige Führungskräfte unerlässlich ist.
Videoaufzeichnung jetzt verfügbar
Die vollständige Videoaufzeichnung des Online-Gastvortrags vom 19.01.2026 steht ab sofort zur Verfügung und bietet vertiefende Einblicke in aktuelle Forschung zu New Work, Inklusion und organisationaler Gerechtigkeit.
Dein Interesse für Themen der Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie ist geweckt? Dann erfahre hier mehr über den FERN-Studiengang: Masterstudiengang Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie
