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Wenn BWL nach Cakepops schmeckt: Theorie trifft auf unternehmerische Praxis
Marketingkonditorin Astrid Köberl zeigt an der FERNFH, wie viel Betriebswirtschaft in einer Hochzeitstorte steckt. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Einführung in die marktorientierte BWL“ verbindet sie theoretische Konzepte mit konkreten Erfahrungen aus ihrem Unternehmen und macht damit erlebbar, wie praxisnahes Studieren aussehen kann.
Warum kostet eine individuell angefertigte Hochzeitstorte mehr als 1.000 Euro? Was hat die Zusammenstellung einer Verkostungsbox mit Strategie zu tun? Und warum ist eine Website für ein Unternehmen weit mehr als eine digitale Visitenkarte? Diese und viele weitere Fragen beantwortete Astrid Köberl als Gastvortragende im Rahmen der Präsenzphase des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie in der Lehrveranstaltung „Einführung in die marktorientierte BWL“.
Bereits zum zweiten Mal luden die Lehrveranstaltungsleiter*innen Katharina Glöckel und Günther Wenzel die Unternehmerin und Marketingexpertin als Vortragende in den Studiengang ein. Dabei zeigte Astrid den Studierenden im Vortrag anhand ihres eigenen Unternehmens, wie unmittelbar betriebswirtschaftliche Theorie und unternehmerische Praxis miteinander verbunden sind. Ihr beruflicher Alltag führt durch eine ungewöhnlich breite Palette: von Torten, Cakepops und Verkostungsboxen über Kalkulation, Positionierung und Verkaufspsychologie bis hin zu Marketingstrategie, Website und gelegentlich durchaus aufregenden Tortenlieferungen.
Genau diese Verbindung macht die Präsenzphasen des Studiums besonders: Was im Studium zunächst als Modell, Konzept oder Fachbegriff erscheint, bekommt durch den Austausch mit Menschen aus der Wirtschaft einen konkreten Kontext. Studierende erleben dabei unmittelbar, wie sich betriebswirtschaftliches Wissen auf reale unternehmerische Entscheidungen übertragen lässt.
BWL ist Daily Business
Astrid Köberl erzählt von ihrem eigenen Studium, in dem sie von einem Professor immer wieder einen Satz hörte: „Ihr werdet später noch oft an mich denken.“ Damals glaubte ihm das kaum jemand. Heute weiß sie: Er hatte recht. Denn spätestens mit dem eigenen Unternehmen ist Betriebswirtschaft für sie zum täglichen Begleiter geworden. Preise müssen kalkuliert, Angebote entwickelt, Zielgruppen verstanden, Ressourcen geplant und strategische Entscheidungen getroffen werden. Und genau diese Zusammenhänge machte Astrid für die Studierenden greifbar.
Während der Lehrveranstaltung machte sie anhand einer Hochzeitstorte deutlich, dass sich ein Preis nicht einfach aus einigen Zutaten zusammensetzt. Hinter einem Produkt stehen Arbeitszeit, Expertise, Planung, Material, Beratung, Logistik, Risiko, Positionierung und letztlich auch die Frage, welchen Wert Kund*innen darin sehen. Auch eine Verkostungsbox ist für sie nicht einfach eine Sammlung verschiedener Geschmacksrichtungen: Welche Varianten angeboten werden, wie sie präsentiert werden und welche Entscheidungen von Kund*innen damit erleichtert oder beeinflusst werden, sind strategische Überlegungen. Und die eigene Website? Für Astrid ist sie ein zentraler „Strategy Hub“: Hier treffen Marke, Angebot, Positionierung, Kund*innenbedürfnisse, Verkaufspsychologie und Kommunikation aufeinander.
Theorie bekommt Kontext
Genau solche praktischen Einblicke in Lehrveranstaltungen machen aus theoretischen Konzepten anwendbares Wissen. Begriffe wie Preisgestaltung, Positionierung, Kundennutzen, Marketing, Vertrieb oder Strategie bleiben nicht abstrakt, sondern werden anhand konkreter unternehmerischer Entscheidungen nachvollziehbar.
Der Einblick in unterschiedliche unternehmerische Perspektiven schafft hier eine Brücke zwischen Studium und Berufsalltag. Studierende lernen nicht nur, was hinter betriebswirtschaftlichen Konzepten steckt, sondern erleben auch, wie diese Konzepte in der Praxis angewendet werden und welche Fragen sich dabei tatsächlich stellen.
Astrid Köberl verbindet theoretisches Wissen mit strategischem Fingerspitzengefühl und einer ausgeprägten Hands-on-Mentalität. Sie spricht offen darüber, was funktioniert, welche Überlegungen hinter Entscheidungen stehen und dass Unternehmertum eben nicht nur aus den schönen Ergebnissen besteht, die Kund*innen am Ende sehen. Gerade dadurch wird sichtbar, was erfolgreiche Positionierung ausmacht: Kund*innen wissen, von wem sie kaufen, wofür dieses Unternehmen steht und welchen Wert das Angebot hat.
Dass dieser Zugang zur Lehre funktioniert, zeigte auch die Resonanz im Hörsaal. Nicht nur die Studierenden, sondern auch die Lehrveranstaltungsleiter*innen nahmen aus dem Impuls zahlreiche Denkanstöße mit. Das macht deutlich, welchen Mehrwert der direkte Austausch mit Menschen aus der Praxis für das Studium bietet. Denn betriebswirtschaftliche Konzepte entfalten ihre Bedeutung besonders dann, wenn Studierende sehen, wie sie in realen Unternehmen eingesetzt werden. Daher bildet die Verbindung von fundiertem Fachwissen und Einblicken in die Berufspraxis einen zentralen Bestandteil des Studiums an der Ferdinand Porsche FERNFH.









