Julie Blattmann beantwortet im Rahmen der Initiative „Alumni.Erzählen.“ einige Fragen zum Fernstudium, gibt Einblicke in ihre Zeit an der FernFH und erzählt wie sie das gelernte Know-how in ihre berufliche Praxis einbaut.
Viel Spaß bei der Lektüre!
- Warum haben Sie sich damals für ein Studium an der Ferdinand Porsche FERNFH beworben?
Seit längerem war für mich klar, dass ich eine Weiterbildung in eine soziale Richtung machen will. Ein reguläres (FH) Studium kam für mich als berufstätige Mutter aus Zeitgründen allerdings nicht in Frage. Die Inhalte des 2015 noch neuen Studiengangs Aging Services Management haben nicht nur zu meinem Studienwunsch, sondern auch zu meinem Lebenslauf gepasst. Die Rahmenbedingungen im Fernstudium waren ideal auf meinen Wunsch nach flexiblem Studieren zugeschnitten.
- Wie waren Ihre Rahmenbedingungen – beruflich und privat – während des Studiums?
Als teilzeitarbeitende Mutter einer kleinen Tochter, war ich froh, meine Lernzeiten frei einteilen und neben allen anderen Verpflichtungen einplanen zu können. Mit einem Teilzeitpensum von 20 Stunden konnte ich mir den Freitag für das Studium frei halten, was sich über die drei Jahre hinweg sehr gut bewährt und meine Familien- und Freizeit kaum engeschränkt hat.
- Was war Ihr Ziel zu Beginn des Fernstudiums? Hat es sich im Laufe der Studienzeit geändert? Wenn ja, warum?
Hauptziel des Studiums war eine berufliche Umorientierung ohne nochmals bei Null beginnen zu müssen. Dieser Grundgedanke hat sich in der gesamten Zeit nicht verändert und hat die notwendige Motivation geliefert, in den intensiven Zeiten nicht aufzugeben. Auch das Thema meiner Bachelorarbeit habe ich vor dem Hintergrund gewählt, um diesen Rahmen für das Knüpfen erster Kontakte zu nützen.
- Was war die größte Herausforderung während des Fernstudiums?
Die größte Herausforderung war trotz aller Organisation das Zeitmanagement. Vor allem die vielen Gruppenarbeiten haben die Flexibilität insofern eingeschränkt, als dass der Zeitplan mit allen abgestimmt werden musste und spontane Planänderungen schwierig und aus Rücksicht auf die Kolleg*innen vermieden werden mussten.
- Was ist Ihnen aus Ihrer Zeit an der FERNFH besonders in Erinnerung geblieben?
Wir waren eine sehr bunte Truppe und hatten viele spannende Diskussionen mit vielfältigen Blickwinkeln, die immer wieder zum Nachdenken angeregt haben. Und natürlich auch die persönlichen Kontakte, die über die Jahre hinweg trotz räumlicher Distanz zu wertvollen Freundschaften geworden sind.
- Was machen Sie jetzt beruflich und wie sind Sie dorthin gekommen?
Nach dem Studium lag mein Fokus darauf, nach meiner Vergangenheit in der Privatwirtschaft auch beruflich im sozialen Sektor anzukommen. Heute bin ich Projektleiterin im Fonds Soziales Wien (FSW) und überzeugt davon, dass das Studium einen wesentlichen Baustein auf dem Weg hierhin dargestellt hat.
- Welche Lehrinhalte nützen Ihnen in Ihrem jetzigen Job besonders?
Gesundheitswissenschaftliche Inhalte und alle Themenbereiche rund um die Gesundheit im Alter inklusive E-Health sowie Ambient Assisted Living (AAL) helfen mir in meinem Berufsalltag im Fonds Soziales Wien (FSW) Zusammenhänge zu verstehen und aktiv mitzudenken. Als Projektleiterin kann ich aber natürlich auch die Lehrinhalte aus Projekt-, Prozess-, Changemanagement sowie Organisationsentwicklung integrieren und aktiv einsetzen.
- Welche Fertigkeiten bzw. Fähigkeiten werden in Ihrem Beruf oder Ihrer Branche zukünftig wichtiger?
Projektmanagement wie ich es erlebe, geht weit über das Organisieren und Planen von Arbeitsschritten hinaus. Vernetzt zu denken, Gesamtzusammenhänge im Auge zu behalten und wo nötig rechtzeitig die Richtung anzupassen, sind gerade in einer Umgebung, die sich schnell verändert und politischen Entscheidungen gerecht werden muss, unverzichtbar. In diesem Zusammenhang ist auch die Kommunikation zu sehen, die oft den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern bedeuten kann. In unserem zunehmend technologisierten Arbeitsalltag ist es wichtig, trotz räumlicher Distanz den Informationsfluss sicher zu stellen, um das Frustrationspotential möglichst gering zu halten – die FERNFH hat hier viel Übungsfläche geboten :-).
- Wo bzw. wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?
Sowohl der Fonds Sozales Wien als auch Projektmanagement sind für mich Bereiche, in denen ich vorerst angekommen bin und mich weiter entwickeln will.
- Welche wichtigsten Tipps würden Sie angehenden Studierenden mit auf den Weg geben?
- Freizeiten einplanen – damit das Studium nicht das gesamte Leben einnimmt.
- Nicht aufgeben, auch wenn das Motivationstief besonders groß ist.
- Feedbacks abgeben, nur so kann sich auch etwas verändern.

