
Gewalt kennt kein Alter und keinen Ort – FERNFH setzt klares Zeichen für Sensibilisierung
Am 03.12.2025 setzte die FERNFH mit einem Impulsgespräch ein starkes Zeichen gegen Gewalt: Sie betrifft Menschen jeden Alters und an jedem Ort – im privaten Umfeld, in Institutionen und am Arbeitsplatz. Expertinnen aus Pflege, Personalwesen und Gewaltschutz zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig Gewaltformen auftreten und warum es ein gemeinsames Hinschauen braucht.
Am 03.12.2025 fand an der FERNFH eine Veranstaltung im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen statt. Das Impulsgespräch mit dem Titel „Gewalt kennt kein Alter und keinen Ort. Drei Frauen – drei Perspektiven – ein Gespräch“ wurde vom Gleichstellungs-, Gender- und Diversitätsausschuss sowie dem Alumni-Netzwerk der FERNFH organisiert.
Gewalt erkennen: Perspektiven aus Pflege und Arbeitswelt
Den ersten Impuls setzte Christina Löffler, Absolventin des Bachelorstudiengangs Aging Services Management und Case- und Care-Managerin im Pflegemanagement des Landes Steiermark. Sie zeigte, wie unsichtbar Gewalt an älteren Frauen in unserer Gesellschaft ist. Oft wird Gewalt nicht ausgesprochen, sondern zeigt sich durch subtile Verhaltensänderungen oder Hinweise Dritter. Löffler betonte die Bedeutung sensibler Gesprächsführung, Vertrauensaufbau und enger Zusammenarbeit zwischen Pflege, Gesundheitswesen, Behörden und Gewaltschutzstellen. Ihr Fazit: „Wenn wir Gewalt nicht sichtbar machen, existiert sie offiziell nicht.“
Im Anschluss präsentierte Katharina Bauer als Moderatorin zentrale Erkenntnisse aus der Abschlussarbeit von Stefanie Kapeller aus dem Masterstudiengang Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie. Diese befasst sich mit psychischer Gewalt am Arbeitsplatz aus Sicht von Führungskräften und Personalverantwortlichen. Deutlich wird: Mobbing, Diskriminierung, Stalking oder sexuelle Belästigung sind in vielen Organisationen präsent, während klare Zuständigkeiten, Leitlinien und Präventionsstrukturen häufig fehlen. Eine Unternehmenskultur, die Gewalt konsequent nicht toleriert, sei entscheidend, zeigt die Masterarbeit der Alumna auf
Gesellschaftliche Dynamiken – und warum Gewaltschutz uns alle braucht
Expertin Elisabeth Cinatl, Geschäftsleiterin des Vereins Wendepunkt und systemische Psychotherapeutin, ordnete die vorangehenden Impulse in einen gesellschaftlichen Kontext ein. Sie zeigte auf, wie Geschlechterrollen, finanzielle Abhängigkeiten, Mythen über Gewalt und Täterstrategien das Erkennen und Melden von Gewalt erschweren.
„Gewalt im öffentlichen Raum ist kein Thema der Nacht“, betonte Cinatl, sie findet überall statt und betrifft Frauen aller Altersgruppen und Lebenslagen. Besonders hob sie die psychischen Folgen hervor, etwa permanente Wachsamkeit, Kontrollverlust oder Angst und Depression bei von Gewalt betroffenen Frauen. Sie verdeutlichte, dass Gewalt kein rein privates, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Thema ist. Mit ihren abschließenden Worten, „Gewaltschutz braucht uns alle“, bekräftigt sie, dass Gewaltschutz kollektives Handeln erfordert.
Die anschließende Diskussion machte deutlich, wie umfassend das Thema Gewalt ist – von Präventionsarbeit mit Männern über Handlungsmöglichkeiten für Personalverantwortliche und die Abgrenzung psychischer Gewalt bis hin zum Schutz von Fachkräften in Sozial- und Pflegeberufen. Dabei zeigte sich, dass es Sensibilität auf individueller Ebene und strukturelle Maßnahmen braucht, um Menschen vor Gewalt zu schützen oder ihnen aus gewaltvollen Situationen herauszuhelfen.
Den Abschluss bildete ein Satz, der die Essenz des Abends treffend zusammenfasst: „Es braucht Menschen, die hinschauen, und ein System, das unterstützt und eben nicht wegschaut.“
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Du kannst dir im folgenden Video die Impulse ansehen. Sei Teil der Veränderung!
Kooperationspartner*in

Der Verein wendepunkt unterstützt seit 1991 Frauen und Kinder in schwierigen Lebenssituationen. Er bietet psychosoziale Beratung, ein Frauenhaus für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder sowie Psychotherapie. Als anerkannte Fachberatung sexualisierte Gewalt NÖ begleitet wendepunkt Betroffene mit Beratung, Prozessbegleitung sowie Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Wissensvermittlung zu Gewalt- und Gleichstellungsthemen durch Fortbildungen für Multiplikator*innen. Weitere Informationen: https://www.wendepunkt.or.at/
Organisator*innen

Das Alumni-Netzwerk der FERNFH bietet ehemaligen, aktuellen Studierenden, sowie Lehrenden und Mitarbeitenden der FERNFH eine Plattform für lebenslanges Lernen, Weiterbildung und gegenseitige Unterstützung. Mit spannenden Events, Netzwerktreffen und aktuellen Fachimpulsen schafft das Netzwerk einen zielgerichteten Mehrwert für alle. Mehr Infos findest du auf der Unterseite des Alumni-Netzwerkes.

An der FERNFH stehen Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion im Mittelpunkt unseres Selbstverständnisses. Als Fernfachhochschule mit starkem Fokus auf Vereinbarkeit und Chancengleichheit sehen wir es als unsere Aufgabe, Barrieren abzubauen und Sichtbarkeit für unterschiedliche Lebensrealitäten zu schaffen. Der Arbeitsausschuss GG&D setzt sich kontinuierlich für Chancengerechtigkeit und eine inklusive Hochschulkultur ein. Mehr Informationen findest du auf dieser Unterseite: Gleichstellung, Gender & Diversität – FERNFH
